Ich übersetze Texte aus dem Niederländischen, Französischen, Englischen.
Themenbereiche: Spiritualität, Psychologie, alternative Gesundheit.
aus dem Französischen
Bernard: ÊTRE SIMPLEMENT. Paris 2003,
Zuerst ist es wichtig, noch einmal klarzustellen, dass es kein Wissen gibt, das man erlangen muss, um das Selbst zu sein, da man es bereits ist. Das Selbst zu kennen, bedeutet ganz einfach das Selbst zu sein. Da wir das Selbst sind, dies jedoch nicht wirklich erkennen, müssen wir das, was wir für das Selbst halten, nämlich das Ego, eliminieren.
Die Reinigung des Geistes, d.h. der Psyche oder des Egos, gehört zu den verschiedenen Techniken, die von Religionen, von spirituellen Bewegungen und auch den Yoga-Schulen genutzt werden. Diese Reinigung ist völlig bedeutungslos für denjenigen, der dem Weg der Erkenntnis folgt.
Lasst uns klarstellen, dass das Inangriffnehmen einer derartigen Reinigung davon ausgeht, dass wir vorher unrein sind. Ein für alle Mal sollten wir verstehen, dass wir niemals, zu keinem Zeitpunkt, unrein sind. Die Idee der Unreinheit stammt, wie eine Menge anderer Konzepte, aus dem vielfältigen Arsenal von Schuldzuweisungen, die die Religionen erfunden haben. „Ich“, das ist nicht der Körper – wie könnte ich da einen Augenblick rein oder unrein sein? Selbst der Körper kann nicht rein oder unrein sein, da er nur ein einfaches Provisorium ist, mit ständiger Änderung, Geburt und Tod.
Statt das Ego reinigen zu wollen, sollte man lieber erkennen, dass es nur existiert, weil das SELBST es erlaubt. Wenn du entdeckst, was sich hinter dem Ego verbirgt, hast du das Ziel erreicht.
aus dem Niederländischen
Brigitte van Baren: DE SMAAK VAN ZEN
in leven en werk. Rotterdam 2007,
Die Frage, die sich stellt, ist: Wie kann man den Kern seines Wesens erfahren? In den klassischen Sutren wird uns ständig gesagt, dass es im Prinzip nichts zu erreichen gibt, da alles vom allerersten Anfang bereits anwesend ist. Doch es gibt etwas, was uns zurückhält, die letzte Wirklichkeit zu ergründen und zu erfahren. Viele Menschen weigern sich, sich dem hinzugeben, da derartige Erfahrungen nicht zur bekannten und begründbaren Welt gehören. Für die nötige Offenheit muss das Grundvertrauen da sein, dass diese Dinge sich offenbaren können. Und das tun sie, wenn man bereit ist, mit offener Aufmerksamkeit wahrzunehmen, ohne die Dinge, die man wahrnimmt, zu beurteilen.